Putz Haus Nr. 231
2006 | Luzein
Wer immer an dem stets verschlossenen und nur von ein paar Hühnern bewohnten stattlichen Doppel-Haus in Unterputz vorbeigeht, erkundigt sich bei Nachbar Simon nach dessen Geschichte. Doch einen Blick ins Innere werfen darf keiner. Bis eines Tages die richtigen kommen. Mit viel Zeit und Engagement beginnen die frisch pensionierten neuen Eigentümer den Abfall der letzten hundert Jahre schichtweise abzutragen. Und alle staunen, was da zum Vorschein kommt: zwei grosse Stuben und Küchen aus dem 17. Jh., originale Einbauten wie das Buffet mit Hühner-Käfig im Sockel oder ein Ofen mit grünem Kachelaufbau und die bis 1900 genutzte Einrichtung. Alles wird sorgfältig dokumentiert und in jahrelanger Kleinarbeit gereinigt und Instand gestellt. Die Bauforschung erhellt die Geschichte des herrschaftlichen Hauses und der darin integrierten Vorgängerbauten. Mit fortschreitender Restaurierung sind die Fragen nach der zukünftigen Nutzung und der erforderlichen technischen Annehmlichkeiten zu klären. Die Bäder werden in den Raum zwischen Haus und Stall gelegt, die Küche nach bewährtem Schema – eine Feuerstelle und zwei Wirtschaftstruhen – neu gestaltet, der Estrichboden isoliert und ein Solar-Speicher eingebaut. Alles im Grundsatz nahe liegend, aber mit der Lösung unzähliger Detailpunkte und der Überwindung ebenso vieler entgegenstehender Vorschriften verbunden. Eine vom Bund unterstützte Restaurierung mit Vorbildcharakter, die der nationalen Bedeutung der eindrücklichen Häusergruppe des ehemaligen Verwaltungszentrums der Herrschaft Castels gerecht wird.
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